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Medien - Tipps

die dunklen Seiten einer Großstadt in Amerika

Moore, Liz: Long bright river, C.H.Beck, 2021
Moore, Liz: Long bright river, C.H.Beck, 2021

Moore, Liz: Long bright river, C.H.Beck, 2021.

Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht.
Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise. (Verlagstext)

 

Obwohl es einen Serientäter gibt, wäre die Bezeichnung Kriminalroman viel zu kurz gedacht. Natürlich ist es die Beschreibung einer dysfunktionalen Familie und ihren zerstörten Beziehungen, aber im Wesentlichen ist es eine schonungslose Bestandsaufnahme der Opioidkrise in den USA, ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Familien. Moore ist eine scharfe Beobachterin, sie beschönigt nichts. Besonders beeindruckend sind ihre Schilderungen der Trostlosigkeit des Viertels und die Perspektivlosikeit und Resignation der Bevölkerung, aber auch der differenzierte Blick auf die individuellen Schicksale, die Opfer, Täter und diejenigen, die versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Leben dort ein bisschen besser zu mache. Ich fand diesen Roman grandios - unbedingt lesen!

‘Long Bright River‘ ist Krimi und Gesellschaftsroman, vor allem aber eine ausführliche psychologische Studie seiner Hauptfigur.“
Süddeutsche Zeitung, Nicolas Freund

 

"Eindrücklich zeigt der Roman die Versehrtheit und Versehrbarkeit individueller Körper, Biografien und Beziehungen. Er zeigt außerdem – das ist Liz Moores weit über die Dimension eines Krimis hinausreichendes Verdienst – das Ausmaß der [Opioid-]Krise in diesem Stadtteil am Delaware."
Neue Zürcher Zeitung, Simone von Büren